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Sonntag, 1. November 2009

 

 

 

Ich träumte, daß ein Finger der Hand ein Auge hat. Es war der zweite Finger der rechten Hand, der Zeige- oder der Mittelfinger. Der Mittelfinger war es. Er hatte oben, in seinem letzten Glied, innen an der druckempfindlichsten und sensibelsten Stelle, ein Auge. Ein sehendes Auge. Das bedeutet, daß dieser Finger nicht nur fühlen, sondern auch sehen kann.

 

 

 

Montag, 2. November 2009

 

 

 

Ich träumte von einem Himmel, der war nicht blau sondern bestand aus unzähligen Margaretenblüten. Sie blühten mit ihrem Blumengesicht, ihrer Blüte, zur Erde.
Abends war das Scheitelchakra das Thema. Wir machten nach den Lockerungs- und Entspannungsübungen eine Meditation dazu. Vor meinem inneren Auge sah ich lange, leuchtend weiße Vorhänge vor mir, lichtdurchflutet, die sich im Wind bewegten, wehten.
Wir haben uns eine Lichtsäule von uns ausgehend zum Erdmittelpunkt und auch hoch zum Himmel vorgestellt. Bis zu unserem Stern!

 

 

 

Dienstag, 3. November 2009

 

 

Im Fenster: Eine Rose

In der Nacht ist eine Rose vor dem Fenster voll erblüht. Ihre noch geschlossene Knospe war schon in den vorherigen Nächten zu sehen, aber ich hatte es nach dem Anblick sofort immer wieder vergessen. Sie leuchtete in das Zimmer. Ihre roten Blütenblätter waren mandalaartig von hauchdünnen lindgrünen Spirallinien umrahmt.

Den Gesichtsausdruck des Mädchens habe ich absichtlich so gemalt. Ein wenig ängstlich. Aber sie lugt schon etwas unter der dicken Decke hervor, mit der sie sich zugedeckt hat. Ihr Gesichtsfeld ist weiter geworden.
Ja, es ist seltsam, daß es gerade die Rose ist, die einem - mich - so ängstigt. -
Jemand hat es ebenfalls so empfunden, für sie schaut das Mädchen ängstlich und sie hat es mir geschrieben, nachdem sie das Bild betrachtet hatte.
Jemand anderes schrieb mir dagegen, er empfände die Rose als sehr machtvoll. Da sei eher ein Aufmerken, ein Aufschrecken. Auch ein wenig Koketterie sei im Ausdruck der Frau, die in ihrem warmen Nest läge. Und er fragte: In welcher Sprache spricht die Rose?

 

 

 

Es ist die Rose, die sich binden möchte. Mit dem Lindgrünen.

 

 

 

Mittwoch, 4. November 2009

 

 

 

Ein wunderschöner Regenbogen

 

 

 

Donnerstag, 5. November 2009

 

 

 

Noch ein wunderschöner Regenbogen, fast an der selben Stelle

 

 

 

Die Blume und der Vogel

 

 

 

Freitag, 6. November 2009

 

 

 

Der Morgenstern begrüßte mich. Dann wurde er von einer Regenwolke verschluckt. Buntes Herbstlaub. Ein Schilfmeer. Nebelschwaden und Sonnenschein.

 

 

 

 

 

 

Kind am Nachmittag

---
Der Schatten wandert so schwarz
über goldenen Rasen.
Alles Leben, sieh doch, in jagenden
Sanduhren verrinnen.
Aber in dir, Kind, wandern die Stunden schön,
füllen dein Blut mit den roten Minuten,
dehnen dich aus und den heiligen
Frühen immer entgegen.
Aus deinen Kissen wundern sich deine Augen blau,
und deine kleinen Hände stehen
zärtlich im Sonnenlicht wie entfaltete
wachsende Blumen.

von Heinz Stolte aus dem Buch “Hände als Symbol und Gestalt”

 

 

 

Die Geist-Blut-Adern fließen pulsierend zu dem Kind.

 

 

 

Samstag, 7. November 2009

 

 

Eine rote Tulpe blühte von oben herab. Jetzt schon das 3. Mal!

 

 

 

Montag, 9. November 2009

 

 

 

Die Sonne kennt sich aus.

 

 

 

Dienstag, 10. November 2009

 

 

 

Heute morgen haben Vögel gesungen. In die Dunkelheit. In das Naßkalte hinein.
Es klingt ganz anders als im Frühjahr. Wundersam. Voller Hall. Ihr Gesang kam von den Erlen. Den Birken. Der Weide.

 

 

 

Donnerstag, 12. November 2009

 

Die Feuerblume
Im Feuer.

 

 

 

Sonntag, 15. November 2009

 

 

 

Er erzählte, daß ich ihm im Traum angerufen habe. Ich weinte am anderen Ende der Leitung und sagte zu ihm: “Es ist doch eher die 211 als die 212”. Oder so ähnlich drückte ich mich aus. Dann war das Gespräch auch schon von mir abgebrochen.

 

 

 

Mittwoch, 18. November 2009

 

 

 

Am Abend brannte der Himmel türkisblau und aquamarin mit lachsroten Streifen darin. Sie zogen sich leuchtend quer über den westlichen Horizont. Die Äste und Zweige der Bäume verwoben sich dankbar mit ihm.
Das Licht und die Farben waren so kraftvoll und intensiv, daß, als der Blick sich gesättigt wieder abwandte, beide Lider wie automatisch über die fast geblendeten Augen nieder fielen, diese für einen kurzen Moment verschlossen und so den Betrachter mit der Welt in samtene Dunkelheit tauchten.

 

 

 

Freitag, 27. November 2009

 

 

 

Kuchen backen und Reisevorbereitungen. Apfelkuchen.
Und eine Zitrone von dem wunderbaren Baum, den ich geschenkt bekommen habe.

 

 

 

Mittwoch, 2. Dezember 2009

 

 

 

Ich habe von den drei Robinien an unserem Hof geträumt. Sie waren grün belaubt, obwohl es jetzt Winter ist. Ihre Blätter waren aber keine Robinienblätter, sondern die strahlenförmigen Blätter von Lupinen, den Blumen. In der Mitte eines jeden Blattes befand sich je ein großer Tautropfen, in dem goldenes Sonnenlicht leuchtete...

 

 

 

Es duftet nach Ingwer und nach Nelken.

 

 

 

Während der Atemübung am Abend war ein schönes und erhebendes inneres Bild von einer brennenden Kerze. Es war eine schlanke Kerze und die Flamme brannte still kerzengerade und hoch, sie flackerte auch nicht.

 

 

 

Donnerstag, 3. Dezember 2009

 

 

 

Ich habe vom “Weg der Maria” geträumt.

 

Erkenntnis.

 

 

 

Samstag, 5. Dezember 2009

 

 

 

“Ein Herz aus Vergißmeinnicht hält zehn Tage, wenn man es richtig pflegt”, sagte sie.

 

 

 

Ich träumte von dem Wind, der sich der Birke nähert.

 

 

 

Sonntag, 6. Dezember 2009

 

 

 

Vogel

Ein Vogel hat sich gleich einer Federwolke in der bewegt pulsierenden und aprikosenfarbenen Oberfläche einer der vielen Kugeln gebildet und sich aus ihr gelöst. Er ist befreit. Er fliegt.
Außerhalb von Raum und Zeit.

Eine jede dieser Kugeln kann Vögel aussenden.
Dieses Wunder kann immer wieder geschehen.
Es ist etwas ganz Erhabenes. Ein Akt der Befreiung. Vielleicht vergleichbar mit einer jungen Schwalbe, die sich das erste Mal aus dem Nest hoch oben am Haus stürzt wenn sie flügge geworden ist.

 

 

 

Montag, 7. Dezember 2009

 

 

 

“Jesus kann sich durch das Zuhören mitteilen”

 

 

 

Ich zweifle noch. Hoffentlich wird es nicht mißverstanden. Die Hand rechts oben ist die Hand des Vaters. Der Vater schenkt den eigenen Sohn in unsere Welt hinein. Er schenkt sich uns. In Raum und in Zeit.
Er gibt den Leib.
Es ist auch das Ritual des Abendmahls.
“Essen” vielleicht im Sinne von verinnerlichen. In sich aufnehmen.
Es ist nicht etwas außerhalb vom Menschen, wie man vielleicht meinen könnte.

 

 

 

In einem anderen Bild schnitt ich das geschälte Viertel eines Apfels mit einem scharfen Messer und schnitt mir dabei selbst tief in den Finger, durchtrennte sogar den Nagel dabei. In den Daumen. -
Jemand sagte einmal, daß ein Apfel gebrochen wird. In zwei Hälften gebrochen wird. Eine gibt man, die andere ißt man selbst. So wie auch das Brot gebrochen wird. Und nicht geschnitten.

 

 

 

Mittwoch, 9. Dezember 2009

 

 

 

Gerade in der sechsten Stunde erzählen sich dem Leben Geheimnisse...

 

 

 

Donnerstag, 10. Dezember 2009

 

 

 

Ich träumte von unseren Händen. (Es war fast eher wie eine Belehrung.):
Hände halten Hände. Hände können sich nicht nur bewegen, können nicht nur “tun”, können nicht nur berühren, fühlen, sind nicht nur Tastorgan, sondern wir “atmen” auch durch unsere Hände.
Hände atmen.
Sie nehmen auf und geben ab.
Wie wichtig ist es deshalb kleinen Kindern die Hände zu halten! So oft wie nur möglich.
Sie an die Hand zu nehmen.
Und es ist auch unendlich wichtig Sterbenden lange die Hände zu halten, selbst wenn der Geist schon aus dem Körper gewichen ist. Dies ist ganz wichtig.
Auch für die Sendung danach.

 

 

 

Dieses “Atmen”, es ist vielleicht ein feinstofflicher Austausch. Es ist eigentlich etwas ganz Selbstverständliches. Die meisten Menschen wissen intuitiv um dieses Geheimnis. -
Eine Freundin, die auch als Sterbebegleiterin arbeitet, erzählte mir am Wochenende, als wir aus irgendeinem Grund auf dieses Thema gekommen waren, daß sich die Linien, die Lebenslinien, in unseren Händen schon bald nach dem Tode auflösen und verblassen würden.

 

 

 

Freitag, 11. Dezember 2009

 

 

 

Gerade noch rechtzeitig kam ich zur Meditationsstunde. Die Autos stauten sich ungeduldig in der Straße bis weit aus dem Stadtkern hinaus. Es war bereits dunkel, die Geschäfte schlossen bald. Es war kurz vor Feierabend. Ich hatte es eilig und war nervös. Hoffentlich bekomme ich einen Parkplatz! Hoffentlich komme ich nicht zu spät! Leuchtete nicht gerade der Blinker bei dem einen parkenden Wagen hell auf? Und jetzt bei dem parkenden Wagen direkt vor der Parklücke? Oder habe ich schon Halluzinationen? Wie durch ein Wunder befand sich tatsächlich schräg gegenüber des Hauses, in dem die Meditation stattfand, ein freier Parkplatz. Ich stieg in Gedanken versunken aus und blickte in das hell erleuchtete Fenster eines kleinen Friseurgeschäftes. Die Einrichtung war in warmen Brauntönen. Eine junge Frau mit glatten, blonden Haaren saß vor einem hohen Spiegel und wurde von einer schwarzhaarigen Friseuse in meinem Alter frisiert. Diese trug modisch enge Jeans und ich fand sie auf besondere Weise attraktiv. Sie war gerade im Begriff unglaublich sanft, ja liebevoll, über die glänzenden und frisch geschnittenen Strähnen links und rechts des Gesichtes der Kundin zu streichen um die Länge zu prüfen. Sie sah sie dabei lächelnd und aufmerksam im Spiegel an.
Es lag nichts Künstliches darin, eher geschah es ganz beiläufig, im Fluß der Arbeit.
Es lag soviel natürliche Grazie, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit in dieser schlichten und alltäglichen Geste.
Etwas unendlich Feines, Leuchtendes. Inmitten der Feierabendhektik vor der Glasscheibe. Den im Stau stehenden Autos.
Etwas, daß das Herz berührte. Eine Erinnerung an etwas unendlich Zartes. Tief verschüttet.
Ein Stück Zeitlosigkeit. Ewigkeit. Freude.
Paulo Coelho würde hier vielleicht vom Menschen schreiben, der in seinem natürlichen Sein dem Anderen, Gott, dient.
Ich stand einen Moment wie verzaubert und fragte mich bestürzt, wann ich das, diese Hingabe einem anderen und auch sich selbst gegenüber, vergessen habe.

Es ist die vorläufig letzte Meditationsstunde gewesen. Die Meditation handelte von den Vier Elementen.
Zuerst befanden wir uns in unserer Vorstellung in einer Höhle tief unter der Erde. Die nackten Füße berührten den Lehmboden. Im Schoße der Erde. Anschließend an einem Gewässer auf der Erdoberfläche. Ich sah mich hineinspringen und tief hinabtauchen. Ich erinnerte mich an meine Kindheit, wie gerne ich damals geschwommen bin. Das Wasser war mein Element! Nie konnte ich genug davon bekommen. Wie gerne bin ich wagemutig alleine weit hinaus in den Sonnenuntergang geschwommen. Habe ihre goldgelbe Spur auf dem Wasser bis in die Unendlichkeit verfolgt und mich wohlig immer wieder in dem Licht ihrer auf der Wasseroberfläche gespiegelten Sonnenstrahlen gedreht. Wollte mit meinen Händen beim Berühren des Wassers auch ihre Strahlen berühren und fassen, sie weich über meine Hände und meinen Körper gleiten lassen. In sie eintauchen. In das flüssige Gold. An das Baden und Tauchen im Meer. An seine wogende urgewaltige Kraft. An eine Fotografie, die mich zusammen mit meiner jüngsten Schwester im Bikini bis zu den Hüften im Wasser des Gardasees stehend zeigte. Wir hielten uns im Arm und lachten glücklich in die Kamera.
Bei dem Element Luft angekommen sah ich mich aus irgendeinem Grund nicht von einem sanften Wind umweht auf einer hohen Klippe stehen, denn so ging eigentlich die Meditation, sondern im weiteren Verlauf von der hohen Klippe aus auf unsichtbaren Treppenstufen immer weiter in die hellblaue Luft hinaufsteigen. Wie in den wunderbaren Zeilen eines Gedichtes von Hilde Domin: Ich setzte meinen Fuß in die Luft und sie trug.

 

 

 

Um die Mittagszeit: Für einen Augenblick brach das Sonnenlicht durch eine Öffnung in der weißgräulichen Wolkendecke. Und Tausende von Tautropfen, welche wie schwere Glasperlen an den Ästen und Zweigen der Birken hingen, leuchteten mit einem Mal in allen Regenbogenfarben auf und sandten gelbe Lichtblitze aus.

 

 

 

Samstag, 12. Dezember 2009

 

 

 

Ballon mit etwas darin

Ein großer Ballon mit einem fluoreszierend leuchtenden Verschluß aus Glas. Fast, als wäre der Glasverschluß noch heiß und zähflüssig, als wäre der Ballon mit seinem Inhalt gerade erst verschlossen und versiegelt worden.
Was sich wohl in dem Ballon befindet?
Ein Flaschengeist? Ein Dschinn aus Tausendundeiner Nacht?
Oder Wein. Bestimmt ist es Wein, der jetzt in Ruhe reifen muß.
Oder ist er für die Oliven gedacht?
Gestern habe ich die Oliven von unserem Baum geerntet, der den Sommer über an der Hauswand im Hof gestanden war. Es ist eine ganze Schüssel voll! Ich habe sie mehrmals gewaschen und in ein Glasgefäß mit Wasser getan, das ich täglich wechseln werde. In sieben Tagen werden ich sie dann in einer Salzlauge einlegen.
Beim Aufwaschen roch ich auf einmal das Wasser im großen Untersetzer des Zitronenbaums ganz intensiv. Ich kroch gerade um ihn herum, um die Ecken zu putzen und auszuwischen. Es roch auf einmal so als sei da ein sprudelndes Bächlein oder ein ganz klarer See. Der sanfte Duft versetzte mich für Momente an einen wunderschönen Ort in unberührter Natur, an dem sich auch Wasser befand. Es lag Freude in ihm und eine schlichte Reinheit. Eine lange vergessene Erinnerung aus der Kindheit. Wie ist das nur möglich, daß Wasser so wundervoll duften kann? Verwundert und entzückt hielt ich mit der Arbeit inne und atmete tief ein und aus.
In der Erde zu Füßen des Stammes wuchert malerisch ein regelrechter feuchter Urwald von Kraut und Brennesseln aus dem gewaltigen tönernen Topf. Manches schon anmutig der Jahreszeit entsprechend verdorrt und vertrocknet, langsam verwesend, anderes noch fleischig grün. Auch ein heller Pilz unbekannter Art ist emporgeschossen. Ich gieße den Baum stets mit Regenwasser.
Sie hat mir eine Fotografie von einem Herzen aus Vergißmeinnichtblüten gesandt. Es ist von zartem Schleierkraut umkränzt und zauberhaft. Und eine Fotografie vom Baumstumpf der gefällten Birke. Jemand hat kleine Krippenfiguren aus Holz darauf gestellt. Und ein Teelicht.
Die ersten Schneeflocken wirbeln und tanzen im fahlen Licht des Nachmittags.

 

 

 

Was mich innerlich beschäftigt. Kann ich nicht schreiben. Nicht in Worte fassen.

 

 

 

Sonntag, 13. September 2009

 

 

 

Am vergangenen Sonntag in der Mariengrotte: Sie sang von der Empore aus. Sie sang mit ihrer wunderschönen Stimme: Maria breit den Mantel aus. Ich saß unten auf der Bank und hörte zu. Die Türe ging auf und ein Vater mit seiner Tochter kam in die kleine Kapelle.

 

 

 

Dienstag, 15. Dezember 2009

 

 

 

Alles für Dich war arrangiert,
jedes Glück.
jeder noch so kleinste Augenblick.
Wie Perlen an der Türe.
Singen Sie. Die Engel.

 

 

 

Donnerstag, 17. Dezember 2009

 

 

 

Beim Einschlafen sah ich einen großen, leuchtenden Stern am klaren Nachthimmel, der sich rasch von Westen nach Osten bewegte. Vielleicht war es auch ein niedrig fliegendes, ganz lautloses Flugzeug, daß ich nicht als solches erkannte, ohne Brille.
Der wandernde Stern sah wunderschön aus.

 

 

 

Freitag, 18. Dezember 2009

 

 

 

Am Abend habe ich meiner Mutter geholfen den Teig für die Christstollen auszuwirken. Der schwere Hefeteig muß eine Stunde von Hand geknetet werden und anschließend die Nacht über kalt gehen. Das Rezept ist aufwendig aber sehr gut. Durch die Jahre wurde es von ihr ständig verfeinert. Auf vieles muß geachtet werden. Daß die Butter geschmolzen ist, zum Beispiel. Er wird nicht vor Weihnachten angeschnitten werden.
Auf dem Heimweg knirschte der Schnee unter meinen Schuhen. Es war stockfinster. Meine Hände steckten tief in den Taschen des Anoraks und umfaßten den Fotoapparat und den Schlüssel. Das Dorf lag wie ausgestorben und still. Ein Transporter kam plötzlich angesaust und fuhr mit jaulendem Motor den Berg hinauf.
Erhob ich meinen Blick zum Himmel sah ich Millionen von Schneeflocken gleich glitzerndem Puderzucker von oben herab tanzen.
Feurig eisig bitzelnde Samtstiche, die das empor gehaltene Gesicht trafen.
Unter der Linde beim Brunnen knisterte es.
Als spräche ein Wind in ihrer Krone.
Als spräche der ganze Baum.
Als sänge sie ihr einsames Lied, in dieser kalten und blauen Winternacht.
Ihr Lied vom Leben. Still. Alles tragend. Und doch auch: Jubelnd. Jauchzend.
Die verdorrten und vertrockneten Lindenblüten vom vergangenen Sommer, welche noch an den Zweigen hingen - gleich hellhäutigen Schmetterlingen - raschelten und bewegten sich sacht, als der leise rieselnde Schnee sie berührte.

 

 

 

Auf Wunsch kann ich das Rezept gerne zuschicken.

 

 

 

Montag, 21. Dezember 2009

 

 

 

 

 

Dürfen

 

 

 

Dienstag, 22. Dezember 2009

 

 

 

Ich habe geträumt, daß ich in einer Bäckerei arbeite, hinter dem Ladentisch stehe und köstliches Backwerk feilbiete.

 

 

 

Donnerstag, 24. Dezember 2009

 

 

 

Ich träumte, daß ich eine Blume in meiner rechten Hand halte. Eine Margarete.

 

 

 

Flache Hügel. Viele Schafe tauchen dort am Horizont auf. Viele viele Schafe.

 

 

 

Freitag, 25. Dezember 2009

 

 

 

Heute haben wir den Film “Die Geschichte vom weinenden Kamel” angesehen. Er handelt von einem neugeborenen, weißen Kamel in der Wüste Gobi, daß aber von seiner Mutter nach einer schweren Geburt nicht gesäugt wird. Das Junge wird sterben, wenn die Mutter es nicht annimmt.
Nachdem alle Bemühungen fehlgeschlagen waren versuchten die Nomaden die Kamelmutter durch ein uraltes Ritual mit einer Pferdekopfgeige zu bewegen, ihr Kind doch noch anzunehmen.
Erst wurde ihr die Geige mit dem türkisfarbenen Band am Geigenhals um einen Höcker gehängt, so daß der Wind der Wüste Gobi ihre Saiten zum Klingen brachte. Dann spielte der Geiger die Geige vor der Kamelmutter, den die beiden jungen Söhne der Nomadenfamilie extra aus der weit entfernt gelegenen Stadt in die Wüste in ihr Lager geholt hatten. Und die Mutter der Kinder sang. Dabei strichen ihre Hände immer wieder sacht über das Fell des Tieres.
Der Film erzählt in ganz schlichten Bildern, die aber umso tiefer berühren.
Jede noch so kleine Geste bekommt Gewicht und Gehalt, jedes Wort.

 

 

 

Später habe ich noch alleine den Film “Living Buddha” angeschaut. Auf einmal klingelte das Telefon. Uli war am anderen Ende der Leitung und sagte, daß gerade ein interessanter Film über Engel auf dem Zweiten liefe. Erst zögerte ich, folgte ich aber ihren Rat. Dann, gerade in einem bestimmten Augenblick, klingelte es wieder. Jetzt war Andreas am Apparat und wir verabredeten - wegen des Films - uns später noch einmal zusammenzurufen.
Meine Mutter sagte: “Schau, der Goldregen blüht”.
Lichter im Geäst des Schmetterlingsflieders auf der Veranda. Hast Du ihn angezündet? Eine Lichterkette in seinen Zweigen angebracht? Es sind die Lichter des Tannenbaumes, welche sich im Fenster des Zimmers spiegeln.
Weißer Wein aus roten Trauben. Plätzchen auf dem Tisch.

 

 

 

Hand, die gegeben wird. Sie ist so glänzend braun, wie aus Schokolade.

 

 

 

Samstag, 26. Dezember 2009

 

 

 

Als wir auf den Balkon getreten waren, sahen wir, daß um den Mond herum in einem sehr weiten Abstand ein heller Ring strahlte. Und der Mond mitten darin. Sterne leuchteten am dunklen Himmel und es war kalt. Die Scheiben der Autos, die unten den Gehsteig der schmalen Straße entlang geparkt waren, waren weiß gefroren und blind.
Der Mond im Ring. Dann nahm Dunstnebel auch noch die Form eines Vogels an. Ein großer, sanft schimmernder Vogel, der unter dem Mond auf dem Ring saß, als würde er am Himmel schaukeln.
Ich fuhr dann heim. Doch noch. Blieb nicht.
Die Autobahn war frei. Aber auf den schmalen Straßen durch die kleinen Ortschaften und durch den Wald glitzerte es. Als Kind war ich fasziniert von diesem Glitzern. Wollte es greifen. Verlor mich darin. Jetzt bin ich es auch noch.
Durfte Josef kennenlernen. Er wohnt im Rosengarten.
Er erzählte vom Tau und von den Blumen.
Es gab zwei Forellen im eigenen Saft gegart mit Maroni und Reis und Spargel.

 

 

 

Der Stern von Afrika:

 

 

 

Sonntag, 27. Dezember 2009

 

 

 

Ein Spaziergang durch die Dämmerung, in den Abend. Den Bach entlang. Der letzte Schnee wie Wellenatem. Tauwetter. Vereiste Stellen in der Wiese. Schürfwunden. Fahrspuren. Ich hörte Enten sich leise miteinander unterhalten und änderte deshalb meine Richtung, um sie nicht zu stören und aufzuscheuchen. Doch wenig später flogen sie erschrocken am bewölkten Himmel. Es waren sieben. Sie flogen zu fünft und zu zweien. Sie flogen nach Osten.

 

 

 

Der blaue Schmetterling fliegt

 

 

 

Montag, 28. Dezember 2009

 

 

 

Gestern Abend hat es noch geschneit. Alles lag weiß. Doch am Morgen war der Schnee fort.

 

 

 

Ich habe geträumt, daß ich einer Frau folgte. Ich sah sie nur von hinten, ging hinter ihr her. Sie trug eine seltsame unförmige Jacke aus einem steifen schwarzen dicken Filzstoff. In der Mitte des Rockschoßes im Bereich der Hüfte Bereich war die Jacke geschwungen und dort war aber ein unglaublich großer Diamant befestigt, der hell weiß leuchtete und blinkte.

 

 

 

Dienstag, 29. Dezember 2009

 

 

 

Die Türe stand leicht geöffnet. Und im Türspalt, da stand der Bär! Er stand aufrecht! Er war groß und er hatte einen weißen Pelz. Sein Antlitz war schrecklich.
Ein Traumbild in der Nacht. Der Bär steht vor der Türe.

 

 

 

Abends packte ich und mir fiel gerade noch ein, daß sie sich ein bestimmtes Buch gewünscht hatte, welches ich für sie mitbringen sollte. Nämlich den ersten Band des Mathnawi von Rumi. Ich schlug eine Seite auf und las:
Jemand ging in den Rosengarten, um sich zu erholen, die Schönheit des Gärtners wurde seine Erholung.
Wie der Araber, der Wasser aus dem Brunnen holte und das Wasser des Lebens vom Gesicht Josephs schmeckte...

(Seite 209, 1. Buch, Vers 2785)

 

 

 

Mittwoch, 30. Dezember 2009

 

 

 

Es regnete während der Fahrt. Gestern Abend hatte es noch geschneit. Die Sonne kam gerade hinter dem hohen schneebedeckten Berggipfel hervor, als wir aus dem Auto gestiegen sind. Für einen Moment. Hell und strahlend.
Im Raum: Blumen, die blühten. Im Blumengarten. Orchideen. Eine Amaryllis mit vier Blüten. Rot und im Inneren cremefarben.
Sieben rosafarbene Rosen in einer Vase. Fünf rosafarbene Rosen in einer zweiten Vase.
Der Christbaum stand am Fenster und war mit goldenen Kugeln geschmückt. Darunter eine Krippe.
Auf dem runden Eßtisch war eine weiche rotweiße Tischdecke gebreitet. Darauf lagen zur Dekoration kunterbunt viele kleine goldene Geschenkpäckchen, die ebenfalls golden verschnürt waren. Dazwischen winzig kleine Glaskugeln. Wie Tautropfen schimmerten sie. Wie durchsichtige Perlen.
Wir fragten uns, was wohl in den kleinen Päckchen war.
Sie empfahl ein bestimmtes Buch, Jesus Christ, Son of God. Wir verstanden oft: Sun of God.
Aber es stimmt ja auch. So wie der auferstandene Christus des Isenheimer Altars.
Heute begannen wir mit dem Johannes-Evangelium. Ich habe mir immer gewünscht, über seine tiefere Bedeutung zu hören, zu erfahren, es ausgelegt zu bekommen. Sie sagte, der Zahlenwert für Jesus ist die 888. Er bedeute die absolute Verwirklichung in der Welt.
“Der Mensch ist im Bilde Gottes erschaffen. Im Menschen geschieht, was in jedem Augenblick in der Schöpfung geschieht.”

 

 

 

Die Lehrerin

Abends haben wir eine Freundin und ihre Tochter am Bahnhof getroffen. Wir haben uns am Gleis 15 verabredet und wollten zusammen essen gehen. Ich war ziemlich müde, da ich ja schon früh aufgestanden war. Wir gingen gerade zusammen durch die große Bahnhofshalle, als ich ein Werbeplakat aus den Augenwinkeln sah, das meine Aufmerksamkeit fesselte. Ich berührte aufgeregt meine Freundin am Arm und versuchte zu formulieren, daß mich dieses Bild sehr an einen Traum einer Schülerin von Frau T erinnern würde, von dem ich einmal gelesen habe. In dem Traum sah die Schülerin ihre Lehrerin in ähnlicher Weise im Wasser schwimmen. Zumindest habe ich es mir beim Lesen so vorgestellt.
Kaum hatte sich meinen Freundin in die Richtung gedreht eilte sie auch schon hin. Hin zu einem jungen Mann, der dort am Kiosk rechts vom Plakat mit dem Rücken zu uns vor einem Zeitschriftenregal stand. Sie bückte sich und hob etwas auf. Stupste ihn am Rücken an und gab ihm, was er gerade verloren hatte. Der junge Mann war fassungslos und freute sich sichtlich.
“Kennst du den Engel vom Bahnhof?”, fragte sie mich, als sie zu uns zurückgekehrt war. “Den Engel vom Bahnhof?” fragte ich. “Ja, es gibt hier eine alte Frau, die hatte einmal eine Vision und ist seither tagein tagaus auf dem Bahnhof. Sie sitzt oder steht irgendwo ganz unauffällig, um alle Menschen zu segnen, die vorüber kommen. Und dort ist sie.” Ich sah eine kleine, unscheinbare Frau gerade links bei dem Plakat, das meine Aufmerksamkeit so gefesselt hatte, kaum wahrnehmbar zwischen all den Menschen. Blickte für einen Moment in ein Lächeln.

Meine Freundin erwähnte später, die alte, beseelte Geldbörse sei von erstaunlich weichem Leder gewesen.
Ihre Tochter schenkte mir zum Abschied einen Blumentopf mit blühenden Christrosen.

Plakat in der Stadt, am Bahnhof

 

 

 

Donnerstag, 31. Dezember 2009

 

 

 

Das Geschenk :-)

Neben dem goldenen Elefanten.

 

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